REVIEW VON BLACKLIGHT - MAGAZIN : "AMORPH" CD (Autor: Marco Schwiers / Blacklight - 03/2005)

CD CARETAKER : ?AMORPH? (ZONE 30 RECORDS / SX DISTRIBUTION) 
- Der englische Begriff "caretaker" lie?e sich gut mit "Hausmeister" ?bersetzen. Doch f?r die Interpretation des
Namens, den sich das Berliner Duo Caretaker verpa?t hat, scheint eine Deutung im Sinne von "Der W?rter" ange-
brachter. Sebastian und Sascha passen jedenfalls sorgf?ltig auf, dass ihr Debut "Amorph" nicht so strukturlos
erscheint wie der Albumtitel vermuten lassen k?nnte.
Auf den ersten Blick scheint "Amorph" allenfalls ein durchschnittliches, wenn auch gelungenes Electro-Pop Album
mit modernen Strukturen zu sein. Auf den zweiten Blick treten allerdings ein paar Dinge zutage, die Caretaker in
ausreichendem Ma?e vom Sound der zahlreichen Genre-Kollegen abheben. Da w?ren zun?chst die deutsch-
sprachigen Texte, welche l?ngst nicht bei jeder zweiten Combo aus dem weiten Umfeld des Synthie-Pop an-
zutreffen sind. Bei genauerem Hinh?ren zeigt sich dann auch, dass Caretaker in beinahe jeder Nummer etwas
zu sagen haben und diese Inhalte auch gekonnt in Worte zu verpacken wissen, ohne an Klippen, die die
deutsche Sprache zuhauf bietet, zu scheitern.
Offenbar geht es Bandgr?nder, Texter und S?nger Sebastian Tessendorf um deutlich mehr, als nur darum, dem
durch eine verlorene Liebe hervorgerufenen Herzschmerz Ausdruck zu verleihen und sich in schmalztriefenden
Liebeserkl?rungen zu ergehen. Hier wird in nicht immer aber doch ?berdurchschnittlich oft ?berzeugender Art
und Weise der Alltag, die Welt und das Leben in der heutigen Gesellschaft reflektiert. Kein erhobener Zeigefinger,
keine weltpolitischen Ansichten - es sind die kleinen Dinge des Daseins, die Sebastian Stoff f?r seine Lyrics bieten.
Und sprachlich werden diese in unterschiedlichen Tonlagen vorgetragen, die alle gemein haben, dass jedes Wort
verst?ndlich bleibt.
Faszinierend wie sehr man dann und wann sanft an Bands wie Die Sterne oder Tocotronic erinnert wird, obwohl
die Musik in einer vollkommen anderen Sparte einzusortieren ist. Man lausche nur einmal der "lustlosen" und
irgendwie emotionslosen Tonlage in "Abschied" und wird mit ein wenig Fantasie wissen was ich meine.
Keyboarder und Texter Sascha Eversmeier wei? die Themen gut in ein ansprechendes Klangspektrum zu ver-
packen, dass klare Bez?ge zum Synthie- und Electro-Pop als auch dem EBM-Sektor aufweist.
K?hle Sounds, moderne Arrangements, emotionale Keyboards - nichtmal an vereinzelten Gitarreneinlagen wurde
hier gespart. Man leistet sich eben etwas und versetzt den H?rer so in eine vorwiegend nachdenkliche und oft
auch etwas melancholische Welt, die jedoch stets noch Zeit zum Tr?umen von besseren Tagen l??t. Produktion
und Sound sind nicht herausragend grandios aber gut genug, um ohne weiteres als gelungen durchzugehen.
Dem regul?ren, allgemin g?ngigen Standard entsprechend eben.
Und damit bietet "Amorph" eine knappe Stunde Programm f?r Menschen, die sich gerne zum Nachdenken anregen
lassen und trotzdem auch unterhalten werden wollen. Caretaker werden beidem gerecht und hinterlassen so ein
?berwiegend positives Gesamtbild, wenngleich es in Zukunft sicherlich noch in vielen Bereichen Fortschritts-
m?glichkeiten gibt.
Label: Zone 30 Records Vertrieb: SX Distribution Spielzeit: 53:25 Titel: 11 V?-Datum: 14.02.05
 
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